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März 1, 2015 - admin

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Neue Technologien als Alternative


Geradestehende Zähne erzeugen Freude und steigern das Selbstbewusstsein. Ist der Platzmangel im Zahnbogen sehr groß, werden häufig vier gesunde Zähne gezogen, um die restlichen Zähne ästhetisch ansprechend zu richten. Dank neuer Materialien und Behandlungsphilosophien ist das Zähne ziehen öfter vermeidbar.

Da herausnehmbare Zahnspangen  nur kippende Zahnbewegungen zulassen, war die Entwicklung festsitzender Zahnspangen ein großer Fortschritt: mit ihnen können Zähne körperlich, d.h. dreidimensional bewegt werden. Dies ist eine Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Spangenbehandlung, wenn es geplant ist, Zähne umfangreich zu bewegen.

Werden Zähne mit einer klassischen festsitzenden Zahnspange bewegt, so wird der Kieferknochen auf der Druckseite (hierhin wird der Zahn bewegt) abgebaut und auf der Zugseite (hierher kommt der Zahn) angebaut. Ist der Kiefer zu schmal bzw. herrscht extremer Platzmangel, so würde der Knochenabbau auf der Druckseite dazu führen, dass der Zahn aus dem Kieferknochen herausbewegt würde. Dies hätte zwei mögliche negative Folgen: 1.es könnte an der Zahnwurzel zu Auflösungserscheinungen kommen 2. auf der Außenseite wäre die Zahnwurzel ohne Knochenbedeckung, worauf hin auch das Zahnfleisch zurückgehen könnte. Um diese negativen Folgen zu vermeiden, hat man bisher Zähne bei extremen Platzmangel gezogen. Gelänge es auf der Druckseite den Knochenabbau zu verhindern und Knochenanbau zu erzeugen, so käme man um das Zähne ziehen herum. Genau hier setzt das in den USA entwickelte Damon-System an. Bei der klassischen festsitzenden Zahnspange wird der Bogen (Draht)in den Schlitzen der Brackets entweder mit Stahlligaturen oder elastischen Ligaturen gesichert. Dies erzeugt eine sehr große Reibung zwischen Bogen und Bracket, die nur durch Anwendung sehr großer Kräfte überwunden werden kann. Diese großen Kräfte führen zu dem oben erläuterten Knochenabbau. Bei den sogenannten passiv selbstlegierenden festsitzenden Zahnspangen (Pionier ist hier das Damon-System)wird ein superelastischer reibungsarmer Bogen mittels einer Schiebeklappe gesichert, ohne das die Klappe auf den Bogen drückt, so dass die Reibung zwischen Bogen und Bracket minimiert wird. Hierdurch reichen minimale Kräfte für Zahnbewegungen aus. Durch diese geringen Kräfte kommt es nicht zu einer Kompression der Blutgefäße, wodurch Knochenanbau entsteht, d.h. es wird Platz für engstehende Zähne geschaffen.

Dass dies keine graue Theorie ist – wie Kritiker des Damon-Systems behaupten – wurde durch eine amerikanische Studie mit CT-Aufnahmen belegt. Somit kann vielfach auf das Zähne ziehen verzichtet werden. Eine weitere positive amerikanische Studie belegt, dass das Damon-System ohne forcierte Gaumennahterweiterung (bei sehr schmalem Oberkiefer wird die Gaumennaht durch Anwendung extremer Kräfte teils mit chirurgischer Unterstützung gesprengt) vergleichbare Ergebnisse bezüglich der Zahnbogenbreitenentwicklung hervorbringt wie die klassische festsitzende Zahnspange mit forcierter Gaumennahterweiterung, d.h. eine Gaumennahtsprengung wäre durch Anwendung des Damon-Systems nicht selten entbehrlich.

Das Zähne ziehen im Rahmen einer Spangenbehandlung kann mehrere Nachteile haben: 1. es könnte den Patienten traumatisieren 2. durch das Zähne ziehen wird der Kieferbogen verkleinert, dies könnte in der Front zu einem eingefallenen Lippenprofil führen 3. die Verkleinerung der Zahnbögen zwingt die Zunge in eine rückwärtige Position. Dies könnte zu einer Verstärkung / Auslösung einer Schlafapnoe (nächtliche Atemaussetzer) führen.

Steht das Zähne ziehen im Raum, könnte sich die im Patientenrechtegesetz verbürgte Einholung einer Zweitmeinung lohnen, denn das Zähne ziehen ist nicht rückgängig zu machen. (Dr. Manfred Mainitz, Rammelsbach)

Download: zahnspangenbehandlung