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September 1, 2016 - admin

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Abhilfe durch professionelle Prothesenreinigung


Aufgrund der zunehmend älter werdenden Bevölkerung tragen immer mehr Patienten herausnehmbaren Zahnersatz. Dieser stellt die Kaufähigkeit der Patienten wieder her, kann aber auch bei unsachgemäßem Umgang zur Infektionsquelle werden. Um dies zu verhindern ist professionelle Hilfe erforderlich.

Der herausnehmbare Zahnersatz ist in aller Regel aus Kunststoff, dessen Oberfläche bei der Herstellung nicht ganz so glatt poliert werden kann wie die Oberfläche von Metall. Zusätzlich verändert sich der Zahnersatz durch die chemische (Fruchtsäuren) und mechanische Belastung während des Kauvorganges. Mit der Zeit bilden sich bakterielle Plaques (Beläge) und hartnäckiger Zahnstein auf der Oberfläche des Zahnersatzes (je glatter die Oberfläche ist, desto weniger kommt es zu Plaquebildung). Zusätzlich kommt es zu Verfärbungen durch Lebensmittel (Kaffee, Tee, Rotwein etc.) und Nikotinablagerungen durch Rauchen. Hierdurch verliert der Zahnersatz an Glanz (die Oberfläche wird rauer) und er wird unansehnlich.

Im Mund befindet sich eine große Anzahl unterschiedlicher Mikroorganismen (z.B. Bakterien), darunter auch viele mögliche Erreger von Atemwegsinfektionen, die besonders für ältere Patienten gefährlich werden können (hiervon sind insbesondere Patienten eines Pflegeheimes betroffen). Diese Mikroorganismen befinden sich in hoher Konzentration in Belägen, die ihre Ernährungsgrundlage darstellen. Bei zunehmender Dicke der Beläge lösen sich winzige Partikel ab und diese können durch Einatmen über Rachen und Luftröhre in die Lunge gelangen. Spanische, japanische und indische Studien belegen eindeutig einen Zusammenhang zwischen krankhaften Mundkeimen und einer Pneumonie (Lungenentzündung). Das nächtliche Tragen von herausnehmbaren Zahnersatz kann dadurch das Risiko einer Pneumonie verdoppeln. Eine harmlosere aber unangenehme Folge der Beläge auf Zahnersatz ist die Entstehung von Mundgeruch.

Die sorgfältige Reinigung des Zahnersatzes durch den Patienten ist wichtig, sie kann jedoch die Bildung von Belägen meist nicht gänzlich verhindern. Abhilfe schafft hier eine professionelle Prothesenreinigung. Hierbei wird der Zahnersatz einer chemischen und mechanischen Grundreinigung in einem speziellen Prothesenreinigungsgerät unterzogen. Der Zahnersatz wird dazu in eine Reinigungsflüssigkeit gelegt, die unter anderem Edelstahlstifte und Salzsäure enthält, um harte Beläge wie zum Beispiel Zahnstein aufzuweichen. Die aufgeweichten Beläge und Verfärbungen werden dann von 7000 Edelstahlstiften, die durch ein hochfrequentes Magnetfeld zur Rotation gebracht werden, „abgemeißelt“, ohne dass der Zahnersatz beschädigt wird. Eine solche schonende und hocheffiziente Reinigung dauert nur etwa 20 Minuten und der Patient kann seine Prothese gleich wieder mitnehmen. Die professionelle Prothesenreinigung sollte mindestens 2x jährlich durchgeführt werden. Bei hohem Kaffee-,Tee- und/oder Rotweingenuss und insbesondere bei Rauchern sollte diese Reinigung je nach Bedarf auch öfters erfolgen. Für Raucherbeläge steht eine spezielle Reinigungsflüssigkeit, die auf Nikotinablagerungen abgestimmt ist, zur Verfügung.

Nicht nur das Auto sollte regelmäßig zur Inspektion gebracht werden, sondern auch der herausnehmbare Zahnersatz: dies trägt nicht nur zur Gesunderhaltung des Patienten bei, sondern auch zum langfristigen Werterhalt des teils sehr teuren Zahnersatzes. (Dres. Manfred und Sophie Mainitz)

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