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Dezember 1, 2014 - admin

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Implantatplanung: 3D Röntgen


Um einen Patienten mit Implantaten (künstlichen Zahnwurzeln) möglichst schonend versorgen zu können, wäre es sehr hilfreich, wenn man dem Patienten sehr aufwendige und belastende Verfahren wie den Knochenaufbau ersparen könnte. Um dies verlässlich vorhersagen zu können, ist eine dreidimensionale Diagnostik des vorhandenen Knochenangebotes erforderlich.

Das klassische 2D Röntgenbild zeigt die Breite und die Höhe des Kieferkammes im Bereich des geplanten Implantationsortes. Die räumliche Tiefe als dritte Dimension d.h. die Dicke des Kieferkammes ist hierbei nicht diagnostizierbar. Diese Information ist aber für die Auswahl des Durchmessers des Implantates von entscheidender Bedeutung: ein bestimmter unterer Grenzdurchmesser des Implantates darf nicht unterschritten werden, um den Erfolg der Implantatversorgung nicht zu gefährden. Darüber hinaus muss das Implantat allseitig von Knochen umgeben sein, um einen sicheren Halt zu gewährleisten. Auch werden beim 2D Röntgenbild Strukturen, die im Strahlengang hintereinander liegen übereinander projiziert: dies führt zu Verwaschungen, die eine exakte Diagnostik verhindern.

Die Ermittlung der Kieferkammdicke durch Vermessung von Kiefermodellen mittels Schieblehre ist ein ungenaues und technisch überholtes Verfahren: zur Ermittlung der Kieferkammdicke muss an jeder Messstelle des Gipsmodelles die Zahnfleischdicke bekannt sein, da diese vom Messwert abgezogen werden muss. Die Zahnfleischdickenmessung erfolgt am Patienten mit spitzen Nadeln: ein wenig patientenfreundliches Verfahren.

Ein Meilenstein in der Implantatdiagnostik zur Ermittlung der dritten Dimension stellt demzufolge die CT-Röntgenaufnahme dar. Bevorzugt wird hierbei die speziell für die Zahnmedizin entwickelte Cone-Beam Computertomografie (CB-CT), bei der der Patient nicht mehr „in die Röhre geschoben“ werden muss. Die CB-CT Aufnahme hat eine erheblich geringere Röntgenbelastung und eine deutlich höhere Auflösung als die CT-Aufnahme.

In den Fällen, in denen mehrere Implantationsorte zur Verfügung stehen – dies ist immer bei zahnlosen Patienten der Fall - kann man mit Hilfe der CB-CT Aufnahme den gesamten Kiefer am Monitor dreidimensional „durchschneiden“ (durchscrollen) und die diejenigen Implantationsorte „aufspüren“, an denen ohne extrem belastenden Knochenaufbau – Knochenentnahme aus dem Kieferwinkel, Beckenkamm etc. - ein bzw. mehrere Implantate minimalinvasiv eingepflanzt werden können.

Dieses Verfahren erspart dem Patienten nicht nur sehr hohe Kosten für Knochenentnahme und massive OP-Nachbeschwerden, sondern es verringert auch das Risiko für einen Implantatmisserfolg. (Dr. Manfred Mainitz, Rammelsbach)

Download: dank-ct-kein-knochenaufbau-erforderlich